Lern- und Lebensort – Böhämmer-Grundschule – Bad Bergzabern 2026-2028

Standort: Lessingstraße 38, 76887 Bad Bergzabern
Auftraggeber: Verbandsgemeinde Bad Bergzabern
Typ: Holzhybridbau, Mensa, Sanierung im laufenden Betrieb, Containerschule
Leistung: 1. Rang VGV, LPH 1–9
Team Planung: Kathrin Köhler, Karolin Unger, Tanja Renno, Alexander Lehnert
Baukosten: 13,5 Mio €

An Stelle der alten Pausenhalle entsteht ein 3-geschossiger neuer Holzhybridbau.
Das Gebäude ist so konzipiert, dass bei Bedarf ein weiteres Geschoss aufgestockt werden kann.


Konzept Neubau
Das Erdgeschoss im Anbau mit der offenen Mensa wird als Herz der Schule ausgebildet, als Treffpunkt und Ort für Veranstaltungen.
Durch die erdgeschossige Lage der Mensa und des Mehrzweckraums, können diese für größere Vorführungen zusammengeschaltet werden.
Weiterhin kann die Mensa durch eine Außenbestuhlung auch in den Freibereich des Schulhofes vergrößert werden.
Im Erdgeschoss befindet sich auch der Küchenbereich für die Essensvorbereitung der Schüler.

Bei der Planung wurde dem pädagogischen Konzept und den Ansätzen der neuen Schulbaurichtlinie (seit Januar 2024 gültig) große Beachtung geschenkt. Schule soll in der Zukunft mehr als angenehmer Aufenthaltsort für Schüler gesehen werden. „Schulen übernehmen auch neue Aufgaben, wie die Schaffung von Ganztagsschulen in Reaktion auf veränderte Arbeits- und Lebenswelten der Familien und die Schaffung von inklusiven Schulen, um gesellschaftliche Heterogenität anzuerkennen und Chancengerechtigkeit zu gewährleisten. Schulen entwickeln sich daher zunehmend zu Lern- und Lebensorten. Die Digitalisierung und ihre dynamische Entwicklung werden zu einem weiteren Innovationstreiber für Schulen.“ Unterricht wird auch immer seltener als Frontalunterricht ausgeführt, sondern vermehrt in kleineren Lerngruppen bzw. durch eigenverantwortliche Herangehensweisen umgesetzt.

Dadurch wurde das 1. Obergeschoss des Neubaus so geplant, dass eine Clusterbildung ermöglicht wird und die Unterrichts- und Differenzierungsräume sich um einen Marktplatz gruppieren. Somit stellt der Marktplatz nicht nur eine Flurfläche dar, sondern wird als Kommunikationsfläche genutzt. Dieser zentrale Platz kann mit der Stufenanordnung ebenfalls als eine weitere Möglichkeit für Input gesehen werden oder Schüler können diese als Sitzmöglichkeit zum Aufenthalt nutzen. Durch das Schaffen von Sichtbezügen innerhalb des Obergeschosses zwischen den Räumlichkeiten oder gar durch das Weglassen von „geschlossenen“ Wänden und Türen kann eine neue Dynamik bzw. Ruhe erzeugt werden, die eine vielseitige Nutzung der Bereiche ermöglicht. Eine große Lichtkuppel und Glas-Faltwände, der sich gegenüberliegenden Differenzierungsräume, verschaffen dem Marktplatz ausreichende Belichtung und ermöglichen eine Öffnung zur Vergrößerung dieser Kommunikationsfläche. „Die zunehmende Bedeutung informellen Lernens erfordert flexible Räume, die einen unkomplizierten Wechsel zwischen verschiedenen Lernmethoden und Unterrichtskonzepten ermöglichen.“ Die Differenzierungsräume sind in direkter Anbindung zu den Unterrichtsräumen angesiedelt und sind zur multifunktionalen Nutzung vorgesehen. Die Jugendhilfe ist im Anbau im Obergeschoss direkt zu Beginn vorzufinden und kann bei Bedarf als Klassenzimmer genutzt werden.
Der Laubengang dient im EG zusätzlich als Verschattung für die Mensa und den Mehrzweckraum.
Damit keine Kinder über ein Geländer im OG stürzen können, wurde eine geschosshohe Anbringung eines Stahlnetzes vorgeschlagen, welche auch teilweise berankt werden kann und einen weiteren nachhaltigen Aspekt erfüllt.

Maßnahmen Bestandsgebäude
In den Bestandsgebäuden werden patielle Eingriffe vorgenommen, um geänderten Raumbedarf umzusetzen und die neuen pädagogischen Konzepte zu ermöglichen. Bei Gebäude C und D müssen zudem aufgrund von Brandschutzanforderungen außenliegende Fluchttreppentürme ergänzt werden.
